Johannisbeerkonfitüre: Säuerlich-frische Beerenkonfitüre
Johannisbeerkonfitüre selber machen: Rote oder schwarze Johannisbeeren ergeben eine intensiv-fruchtige, säuerliche Konfitüre.
Johannisbeerkonfitüre: Die Unterschätzte
Johannisbeeren sind die säuerlichsten aller Gartenbeeren — und genau das macht sie als Konfitüre so besonders. Während andere Marmeladen oft süß und samtig sind, bringt Johannisbeerkonfitüre eine erfrischende Säure, die auf dem Frühstücksbrot aufweckt. Dazu kommt: Johannisbeeren sind reich an Vitamin C und Pektin — sie gelieren praktisch von allein.
Zutaten für ca. 4 Gläser (à 250 ml)
- 750 g Johannisbeeren (rot oder schwarz, von den Rispen gestreift)
- 500 g Gelierzucker 2:1
- Saft von 1 Zitrone
- Optional: 100 ml frisch gepresster Johannisbeersaft (aus 150 g zusätzlichen Beeren)
Zubereitung Schritt für Schritt
1. Johannisbeeren vorbereiten
Johannisbeeren waschen und von den Rispen streifen. Am schnellsten: Mit einer Gabel über die Rispe fahren — die Beeren fallen ab.
2. Kochen
- Johannisbeeren mit Zitronensaft (und optional Saft) in den Topf geben
- Bei mittlerer Hitze 5 Minuten köcheln, bis die Beeren aufplatzen
- Gelierzucker einrühren
- Aufkochen und 4 Minuten sprudelnd kochen
- Gelierprobe machen — Johannisbeeren gelieren durch ihr hohes natürliches Pektin sehr zuverlässig
3. Optional: Kerne entfernen
Wer die kleinen Kerne stören: Die Masse nach dem Kochen durch ein feines Sieb streichen. Dann nochmal kurz aufkochen.
4. Abfüllen
In sterilisierte Gläser füllen, verschließen, 5 Minuten auf den Kopf stellen.
Rote vs. Schwarze Johannisbeeren
| Eigenschaft | Rote Johannisbeeren | Schwarze Johannisbeeren |
|---|---|---|
| Geschmack | Säuerlich, frisch | Herb, intensiv, Cassis-artig |
| Farbe | Leuchtend rubinrot | Tiefviolett |
| Pektin | Sehr hoch | Hoch |
| Vitamin C | Hoch | Sehr hoch (3× so viel) |
| Kerne | Klein, kaum störend | Etwas größer |
Empfehlung: Rote für eine klassische, säuerlich-frische Konfitüre. Schwarze für eine intensivere, herbere Variante (Cassis-Geschmack). Oder mischen — 2/3 rote + 1/3 schwarze ist eine tolle Kombination.
Tipps
Gelieren ist kein Problem: Johannisbeeren haben von allen Beeren das meiste natürliche Pektin. Mit Gelierzucker 2:1 geliert die Konfitüre bombenfest. Wer eine weichere Konsistenz möchte: weniger Zucker (3:1) verwenden.
Gabel-Trick zum Abstreifen: Eine Gabel mit breiten Zinken ist das beste Werkzeug. Rispe zwischen die Zinken klemmen und durchziehen — fertig.
Haltbarkeit: 12+ Monate. Durch den hohen Säure- und Pektingehalt hält Johannisbeerkonfitüre besonders gut.
Variationen
- Johannisbeer-Vanille: Vanilleschote mitkochen — mildert die Säure elegant
- Johannisbeer-Minze: Frische Minze nach dem Kochen unterrühren — sommerlich
- Rote Grütze als Aufstrich: 50/50 rote und schwarze Johannisbeeren, dazu Erdbeeren und Himbeeren
FAQ
Meine Konfitüre ist extrem fest — was tun? Johannisbeeren haben sehr viel Pektin. Beim nächsten Mal Gelierzucker 3:1 verwenden oder 50 ml Wasser/Saft hinzufügen.
Kann ich auch weiße Johannisbeeren verwenden? Ja — weiße Johannisbeeren sind milder und weniger sauer. Die Konfitüre wird goldgelb und schmeckt feiner. Optisch ein Highlight.
Muss ich die Kerne entfernen? Geschmackssache. Die Kerne sind klein und stören die meisten nicht. Für eine elegantere Textur (z.B. als Füllung für Gebäck) lohnt sich das Passieren durch ein Sieb.