Tomatensaft selber machen: Frisch, würzig & vitaminreich
Tomatensaft selber machen ist einfach und schmeckt viel besser als gekauft. Unser Rezept mit Variationen für jeden Geschmack.
Tomatensaft gehört zu den beliebtesten Gemüsesäften weltweit und das völlig zu Recht. Was viele nicht wissen: Selbst gemachter Tomatensaft übertrifft jede gekaufte Variante um Längen. Während industriell hergestellter Tomatensaft häufig aus Konzentrat rückverdünnt, mit Zucker gesüßt und mit Konservierungsstoffen haltbar gemacht wird, behalten Sie bei der eigenen Herstellung die volle Kontrolle über Zutaten und Qualität. Frischer Tomatensaft steckt voller Lycopin, einem kraftvollen Antioxidans, das freie Radikale bekämpft und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken kann. Interessanterweise steigt die Bioverfügbarkeit von Lycopin durch kurzes Erwärmen sogar an, weshalb leicht erwärmter Tomatensaft besonders nährstoffreich ist. Hinzu kommen Vitamin C, Vitamin A, Kalium und wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe, die in keinem anderen Saft in dieser Kombination vorkommen. Mit unserem einfachen Rezept gelingt Ihnen in nur 20 Minuten ein aromatischer, würziger Tomatensaft ganz ohne Zusatzstoffe.
Zutaten für 4 Portionen
Für einen vollmundigen Tomatensaft benötigen Sie folgende Zutaten:
- 1 kg reife Tomaten - Die Sorte entscheidet über den Geschmack. Roma-Tomaten und Fleischtomaten eignen sich besonders gut, da sie viel Fruchtfleisch und wenig Wasser enthalten. Achten Sie darauf, dass die Tomaten vollreif und tiefrot sind. Je reifer die Tomate, desto höher der Lycopin-Gehalt und desto intensiver der Geschmack. Auch Ochsenherz-Tomaten oder San-Marzano-Tomaten liefern hervorragende Ergebnisse. Vermeiden Sie hingegen wässrige Salattomaten.
- 1 Stange Sellerie - Verleiht dem Saft eine herzhafte, leicht würzige Note und liefert zusätzliches Kalium sowie Vitamin K.
- 1/2 rote Paprika - Bringt eine dezente Süße mit und erhöht den Vitamin-C-Gehalt erheblich.
- 1 EL Zitronensaft - Frisch gepresst sorgt er für eine angenehme Frische und verlangsamt die Oxidation des Saftes.
- 1/2 TL Meersalz - Hebt den natürlichen Geschmack der Tomaten hervor. Verwenden Sie hochwertiges Meersalz oder Steinsalz.
- 1 Prise schwarzer Pfeffer - Rundet den Geschmack ab und verbessert die Aufnahme bestimmter Nährstoffe.
- Optional: Tabasco, Worcestersauce - Für alle, die es pikant mögen. Ein paar Tropfen genügen.
Tipp zur Tomatenauswahl: Kaufen Sie Tomaten am besten auf dem Wochenmarkt oder im Bioladen. Tomaten aus Freilandanbau haben deutlich mehr Aroma als Gewächshaus-Ware. Im Sommer, wenn Tomaten Hochsaison haben, erhalten Sie die besten Ergebnisse und die günstigsten Preise.
Zubereitung Schritt für Schritt
Schritt 1: Vorbereiten
Waschen Sie die Tomaten gründlich unter fließendem Wasser. Entfernen Sie die Stielansätze und schneiden Sie die Tomaten in grobe Stücke. Falls gewünscht, können Sie die Tomaten vorher kurz kreuzförmig einritzen, für 30 Sekunden in kochendes Wasser tauchen und anschließend häuten. Das ergibt einen feineren Saft, ist aber nicht zwingend nötig, wenn Sie den Saft ohnehin passieren. Waschen Sie den Sellerie und die Paprika, entfernen Sie die Kerne der Paprika und schneiden Sie beides in grobe Stücke.
Schritt 2: Entsaften oder Kochen
Mit dem Entsafter: Geben Sie die Tomatenstücke, den Sellerie und die Paprika nacheinander in Ihren Entsafter oder Slow Juicer. Ein Slow Juicer arbeitet schonend bei niedrigen Drehzahlen und erhält so mehr Nährstoffe. Fangen Sie den Saft in einem großen Messbecher oder einer Schüssel auf.
Ohne Entsafter: Geben Sie alle vorbereiteten Zutaten in einen großen Topf und erwärmen Sie sie bei mittlerer Hitze für etwa 10 Minuten, bis die Tomaten vollständig zerfallen sind. Rühren Sie gelegentlich um. Passieren Sie die Masse anschließend durch ein feines Sieb oder die Flotte Lotte. Drücken Sie den Rückstand gut aus, um möglichst viel Saft zu gewinnen.
Schritt 3: Würzen
Geben Sie den Zitronensaft, das Meersalz und den schwarzen Pfeffer in den frisch gewonnenen Tomatensaft. Rühren Sie alles gründlich um und probieren Sie. Passen Sie die Würzung nach Ihrem persönlichen Geschmack an. Wer es pikanter mag, fügt einige Tropfen Tabasco oder einen Spritzer Worcestersauce hinzu. Eine Prise Selleriesalz oder getrockneter Oregano sind ebenfalls hervorragende Ergänzungen.
Schritt 4: Servieren
Füllen Sie den Tomatensaft in Gläser und servieren Sie ihn sofort. Klassisch wird Tomatensaft mit einer Stange Sellerie und einem Zitronenschnitz garniert. Sie können ihn gekühlt oder bei Zimmertemperatur genießen. Für die optimale Lycopin-Aufnahme empfiehlt es sich, einen kleinen Schuss Olivenöl hinzuzufügen, da Lycopin als fettlöslicher Stoff zusammen mit Fett besser vom Körper aufgenommen wird.
Variationen
Bloody Mary Mocktail: Verfeinern Sie den Tomatensaft mit einem kräftigen Schuss Worcestersauce, einigen Tropfen Tabasco, einem Teelöffel Meerrettich, Selleriesalz und reichlich Zitronensaft. Servieren Sie den Mocktail in einem hohen Glas mit Eiswürfeln, einer Selleriestange und einer grünen Olive. Ein alkoholfreier Genuss, der auf jeder Party beeindruckt.
Gazpacho-Style: Pürieren Sie zusätzlich eine halbe Salatgurke, eine Frühlingszwiebel und eine Knoblauchzehe mit dem Tomatensaft. Würzen Sie mit Sherryweinessig und einem Schuss Olivenöl. Servieren Sie diesen dickflüssigeren Saft eiskalt als erfrischende Vorspeise an heißen Sommertagen.
Würzig mit Meerrettich: Rühren Sie ein bis zwei Teelöffel frisch geriebenen Meerrettich in den fertigen Tomatensaft. Die angenehme Schärfe des Meerrettichs harmoniert perfekt mit der fruchtigen Süße der Tomaten. Diese Variante unterstützt dank der Senfölglycoside im Meerrettich zusätzlich das Immunsystem.
Süß mit Karotte: Entsaften Sie zusätzlich 200 g Karotten und mischen Sie den Karottensaft unter den Tomatensaft. Das Ergebnis ist ein milderer, leicht süßlicher Saft, der besonders bei Kindern gut ankommt. Die Kombination aus Lycopin und Beta-Carotin macht diesen Mix zu einem wahren Nährstoff-Kraftpaket.
Nährwertinformationen pro Portion
| Nährstoff | Menge |
|---|---|
| Kalorien | ca. 45 kcal |
| Kohlenhydrate | 9 g |
| Ballaststoffe | 2 g |
| Protein | 2 g |
| Fett | 0,3 g |
| Vitamin C | 55% Tagesbedarf |
| Vitamin A | 25% Tagesbedarf |
| Kalium | 15% Tagesbedarf |
| Lycopin | ca. 12 mg |
Tipps zur Haltbarmachung
Einkochen: Für eine längere Haltbarkeit können Sie den Tomatensaft einkochen. Erhitzen Sie den frisch zubereiteten Saft in einem großen Topf bis er sprudelt und füllen Sie ihn sofort in sterilisierte Glasflaschen mit Bügelverschluss oder Schraubgläsern. Verschließen Sie die Gefäße sofort und stellen Sie sie für 30 Minuten auf den Kopf. So eingekocht hält sich der Tomatensaft an einem kühlen, dunklen Ort bis zu 12 Monate. Für zusätzliche Sicherheit können Sie die gefüllten Flaschen im Einkochtopf bei 90 Grad für 30 Minuten einkochen.
Einfrieren: Eine unkomplizierte Alternative ist das Einfrieren. Füllen Sie den abgekühlten Tomatensaft in geeignete Gefrierbeutel oder Gefrierdosen und frieren Sie ihn ein. Lassen Sie dabei etwas Platz, da sich die Flüssigkeit beim Gefrieren ausdehnt. Eingefrorener Tomatensaft hält sich etwa 6 Monate und behält einen Großteil seiner Nährstoffe. Tauen Sie den Saft über Nacht im Kühlschrank auf und schütteln Sie ihn vor dem Trinken kräftig durch, da sich die Bestandteile beim Einfrieren leicht trennen können.
Frisch im Kühlschrank: Ohne weitere Behandlung hält sich frischer Tomatensaft in einer verschlossenen Glasflasche im Kühlschrank etwa 2 bis 3 Tage. Der Zitronensaft im Rezept wirkt als natürliches Antioxidans und verlängert die Haltbarkeit.
Auf den Punkt
Tomatensaft selber machen ist unkompliziert, schnell erledigt und das Ergebnis übertrifft jedes Fertigprodukt bei Weitem. Sie erhalten einen Saft ohne Konservierungsstoffe, ohne zugesetzten Zucker und mit dem vollen Aroma frischer, reifer Tomaten. Dank des hohen Lycopin-Gehalts und der zahlreichen Vitamine und Mineralstoffe ist selbst gemachter Tomatensaft nicht nur ein Genuss, sondern auch ein wertvoller Beitrag zu einer gesunden Ernährung. Probieren Sie die verschiedenen Variationen aus und finden Sie Ihren persönlichen Lieblingsgeschmack. Besonders in der Tomatensaison von Juli bis Oktober lohnt es sich, größere Mengen herzustellen und für das ganze Jahr einzukochen.